Momente, die zählen – meine drei prämierten Fotobeiträge
Veröffentlicht von Angela Dölling in Fotowettbewerbe · Sonntag 20 Jul 2025 · 6:45
Tags: Fotowettbewerbe, Auszeichnungen, Rückblick, Fotografie, Bildgeschichte, Künstlerischer, Prozess, Frauen, in, der, Fotografie, Kreative, Arbeit, Gesellschaftskritik, Bildsprache
Tags: Fotowettbewerbe, Auszeichnungen, Rückblick, Fotografie, Bildgeschichte, Künstlerischer, Prozess, Frauen, in, der, Fotografie, Kreative, Arbeit, Gesellschaftskritik, Bildsprache
Momente, die zählen – meine drei prämierten Fotobeiträge
Fotowettbewerbe sind für mich nie einfach nur ein Vergleich oder ein „Sich-Messen“. Vielmehr sind sie Gelegenheiten, mit einem Bild etwas zu sagen – sei es über unsere Gesellschaft, über unsere Umgebung oder über die Schönheit eines flüchtigen Moments.
In diesem Beitrag werfe ich einen Blick zurück auf drei meiner Fotografien, die bei Wettbewerben ausgezeichnet wurden. Sie entstanden zu sehr unterschiedlichen Zeiten, mit jeweils eigener Stimmung, Aussage und Intention. Aber eines haben sie gemeinsam: Sie stehen für besondere Momente auf meinem fotografischen Weg – Momente, die zählen.
Teil 1: „In the men's world“ (2012)
2012 rief das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg zu einem besonderen Fotowettbewerb auf:
„Klick die Gleichstellung“ – gesucht wurden eindrucksvolle Bilder zu typischen Geschlechterklischees.
„Klick die Gleichstellung“ – gesucht wurden eindrucksvolle Bilder zu typischen Geschlechterklischees.
Ich war sofort fasziniert von der Idee und wollte etwas schaffen, das zugleich provoziert, schmunzeln lässt – und zum Nachdenken anregt. Mein Wettbewerbsbeitrag „In the men's world“ zeigt eine Frau in rotem Maleroverall, die vor einer bröckelnden Wand kniet, mit einem Gummihammer in der einen Hand und einem Legostein in der anderen. Schutzbrille, Farbe im Gesicht, Bauklötze auf dem Boden – und daneben ein Paar High Heels.
Die Szene spielt bewusst mit Brüchen: Die Werkzeuge und Legosteine wirken kindlich-harmlos, fast spielerisch – doch der schmutzige Boden, die Wand und die Körpersprache der Frau erzählen von etwas anderem. Vom Versuch, sich Raum zu nehmen – in einer Welt, in der Frauen „mitspielen“ dürfen, solange sie sich anpassen. Oder?
Mit diesem Bild habe ich den 2. Platz im Wettbewerb gewonnen. Die Preisverleihung fand am 6. Dezember im Dorint Hotel in Potsdam statt. Außerdem wurde mein Bild im Gleichstellungskalender 2013 veröffentlicht – und zwar als Beitragsbild für den Monat Februar.
Ein besonderer Moment für mich – nicht nur wegen der Platzierung, sondern weil ich gespürt habe, dass meine fotografische Bildsprache auch gesellschaftlich etwas erzählen kann.


Teil 2: „In Summertime“ – Heimat zwischen Wupper und Ruhr (2011)
Ein Jahr vor meinem Beitrag zum Gleichstellungswettbewerb war ich mit einem ganz anderen Thema erfolgreich:
Der Fotowettbewerb „Heimat zwischen Wupper und Ruhr“, ausgerufen vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Zusammenarbeit mit dem LVR-Fachbereich Umwelt und mehreren Sparkassen, forderte die Teilnehmenden auf, ihre persönliche Sicht auf Natur, Landschaft, Kultur und Menschen in der Region zu zeigen.
Der Fotowettbewerb „Heimat zwischen Wupper und Ruhr“, ausgerufen vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Zusammenarbeit mit dem LVR-Fachbereich Umwelt und mehreren Sparkassen, forderte die Teilnehmenden auf, ihre persönliche Sicht auf Natur, Landschaft, Kultur und Menschen in der Region zu zeigen.
Mein Wettbewerbsbeitrag „In Summertime“ zeigt einen dieser ganz stillen Heimatmomente: ein blühendes Mohn- und Kamillenfeld, das sich entlang eines Feldwegs in Haan zieht – sattgrün, von Wind bewegt, unter einem leicht dramatischen Himmel. Ein Bild, das auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber für mich sehr viel von dem ausdrückt, was ich mit Heimat verbinde: Weite, Farben, das Spiel von Licht und Wetter – und ein Gefühl von Ruhe.
Die Jury zeichnete mein Bild mit dem 2. Preis in der Kategorie „Landschaft“ aus. Am 10. September 2011 wurde es im Rahmen der „Tage der Rheinischen Landschaft“ auf Schloss Burg im Rittersaal vorgestellt – und war bis zum 25. September dort in der Ausstellung zu sehen. Im Anschluss wanderte es gemeinsam mit den anderen Gewinnerfotos durch verschiedene Sparkassenfilialen der Region.
Besonders gefreut hat mich, dass mein Bild es auch in den Kalender 2013 schaffte – dort war es im Monat Juli abgedruckt. Genau richtig, wie ich finde – denn genau diesen leichten Sommermoment sollte das Foto festhalten.

Teil 3: „Frühlingsidylle“ – Kalenderwettbewerb der Solinger Stadtsparkasse (2016/2017)
Der dritte Wettbewerb, an dem ich teilgenommen habe, war ganz in meiner Nähe – und vielleicht gerade deshalb etwas Besonderes: Die Solinger Stadtsparkasse rief regelmäßig zu einem Fotowettbewerb auf, bei dem die besten Bilder für den kommenden Jahreskalender ausgewählt wurden.
Ich habe mit meinem Foto „Frühlingsidylle“ teilgenommen – aufgenommen im Frühjahr in der Nähe des „Theegartener Kopfs“, einem bekannten Aussichtspunkt in Solingen. Die weiche Lichtstimmung, die blühende Natur und die ruhige Ausstrahlung des Moments waren genau das, was ich einfangen wollte: ein kleines Stück Heimat, ganz ohne große Inszenierung – nur Natur, Licht und Blick.
Mein Bild wurde tatsächlich ausgewählt – und war im Kalender 2017 als Motiv für den Monat Juli zu sehen. Die Freude darüber war groß, denn es war für mich eine schöne Bestätigung, dass auch die leisen Bilder gesehen werden.
Der Wettbewerb war zwar kleiner und regional, aber für mich genauso bedeutungsvoll wie die größeren Preise. Denn am Ende geht es bei der Fotografie für mich immer darum, Stimmungen festzuhalten und mit anderen zu teilen – ganz gleich, ob in einer Ausstellung oder in einem einfachen Wandkalender in einer Küche.


Fazit: Kleine Erfolge, bleibende Wirkung
Auch wenn diese Wettbewerbe inzwischen einige Jahre zurückliegen, bedeuten mir die Bilder und Erlebnisse dahinter bis heute viel. Es sind Etappen meines Weges, kleine Bestätigungen und – vielleicht am wichtigsten – Anstöße, weiter kreativ zu arbeiten.
Ob gesellschaftskritisch inszeniert wie bei „In the men’s world“, ruhig-natürlich wie bei „In Summertime“ oder harmonisch-idyllisch wie bei „Frühlingsidylle“ – jedes dieser Bilder war für sich ein Ausdruck dessen, was mich bewegt und was ich mit anderen teilen wollte.
Heute arbeite ich auch mit neuen Mitteln, z. B. mit KI-generierten Bildelementen. Doch mein Blick auf Komposition, Licht und Bedeutung hat sich durch diese Erfahrungen mit realer Fotografie geschärft.
Und wer weiß – vielleicht ist es bald wieder Zeit für einen neuen Wettbewerb?